Dienstag, 28. Oktober 2014

Von der Kunst Bäume zu pflanzen. Wie Nachhaltigkeit in der Praxis gelingt



Jeder redet von Nachhaltigkeit, aber ganz konkret ist dieser Begriff gar nicht so leicht zu erfassen. Die Direktorin des UNESCO Biosphärenparks Wienerwald startet einen Erklärungsversuch - allerdings nicht in der Theorie, sondern anhand von 20 Lebensportraits, die anschaulich machen, wie das Konzept der Nachhaltigkeit die unterschiedlichsten Alltagsbereiche durchdringen und für eine Kultur des Miteinanders fruchtbar machen kann

Pressetext:
Hermine Hackl, „Waldbotschafterin“ und Direktorin des UNESCO-Biosphärenpark Wienerwald, hat sich auf Spurensuche begeben und Menschen getroffen, die Nachhaltigkeit ehrlich und glaubwürdig leben und etwas dazu zu sagen haben: Biogärtner, Sozialarbeiter, Unternehmer, Wissenschafter, Geistliche, Forstarbeiter oder Touristiker. 

Ansporn zum persönlichen Tun will die Autorin anhand der "lebenden Beispiele" von 20 Persönlichkeiten geben, die sie für das Buch interviewt hat. 

Darunter finden sich Pioniere der Nachhaltigkeitsbewegung, wie:

• "Naturschutzprofessor" Georg Grabherr ("Nachhaltigkeit = Der Natur ihre Ordnung lassen."), der wissenschaftliche Nüchternheit und die Liebe zur Natur zu vereinen weiß, oder
• Familie Walter und Monika Stockenhuber ("Nachhaltigkeit = Vielfalt statt Einfalt"), die die Gärtnerei des Trappistenklosters Engelszell betreiben und dort als "Freunde der Artenvielfalt" Hunderte Paradeiser- und Chilisorten sowie seltene Gemüsesorten kultivieren.



Der Kategorie "Ökonomie" des Buches zugeordnet werden dagegen Persönlichkeiten, wie:

• Sepp Eisenriegler ("Nachhaltigkeit = reparieren statt wegwerfen"), der in Wien das "Reparatur- und Servicezentrum" (R.U.S.Z.) betreibt und dort Radiogeräten, Waschmaschinen und Fernsehern wieder neues Leben einhaucht und ihren Besitzern kostspielige Neuanschaffungen erspart, sowie auch
• Johannes Gutmann ("Nachhaltigkeit = Wertschöpfung durch Wertschätzung"), der sich als "Vom Spinner zum Winner" charakterisierte und den Werdegang seiner Sonnentor-Kräuterprodukte darstellte.


Es geht um Ökologie, aber auch um Wertschätzung, soziale Verantwortung und eine Kultur des Miteinanders. 

Es geht um ein Glück, das nicht auf Kosten anderer, sondern mit ihnen erreicht wird. Dabei sind die Tipps, die in leicht lesbare und verständliche Kurzgeschichten verpackt werden, so simpel, dass man sie direkt umsetzen kann. Der Klassiker? Reparieren statt wegwerfen ( findet sich in der Geschichte "In der Werkstatt mit Sepp Eisenriegler", ein beherzter Appell gegen die Wegwerfgesellschft, ohne jedoch mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken.

Es sind alltagstaugliche und praktische kleine Ratschläge, die uns zu mehr Nachhaltigkeit führen sollen. Am Ende jedes Artikels wird der Interviewte kurz vorgestellt. Ein Buch, was sich nicht gerade zum Einschlafen im Bett eignet, aber schöne Einblicke in die Ideale der Menschen gibt, die die Welt ein bisschen besser machen wollen.

„Nachhaltigkeit ist, wenn sich eine Entscheidung langfristig als richtig erweist – und wenn man Erdbeeren im Juni und nicht im Dezember isst.“ (Manuela Lanzinger)


Wer Bücher von hinten nach vorne liest, dem sei hier der letzte Satz des soeben neu erschienenen Buches "Von der Kunst Bäume zu pflanzen" verraten. 

Er lautet: "Und was ist Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit?"


ca. 160 Seiten, 12,5 x 20,5 cm, gebunden mit Schutzumschlag
Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2014; ISBN 978-3-7022-3394-5; ca. € 14,95 / SFr. 21,30
Auch als E-Book erhältlich: ISBN 978-3-7022-3395-2, ca. € 12,99 / SFr. 16,–
Erschienen im September 2014