Dienstag, 14. Januar 2014

Fernab der Massen

Franziskus-Weg
Das Wandern erfreut sich großer Beliebtheit. Tausende absolvieren jährlich zum Beispiel den berühmten Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Galicien. Wer es etwas ruhiger mag, sucht sich Wanderwege fernab der Massen, wie James Both. Er nutzte einen Teil des Franziskusweges, um dem Alltagsstress zu entfliehen und seine innere Mitte zu finden.
Papst Franziskus wählte seinen Namen nach dem historischen Vorbild. Sein Namenspatron Franz von Assisi lebte das Leben Jesu nach und verzichtete vollständig auf Prunk und Protz. Im 13. Jahrhundert gründete er seinen Orden, der bis heute existiert. Um Besinnung und Demut zu erfahren, pilgerte er durch ganz Europa.
Der ebenfalls quer durch Europa verlaufende Franziskusweg ist weit weniger populär als der Jakobsweg, aber nicht minder schön. Entlang des Pilgerweges durch die südliche Toskana, Umbrien und Latium errichteten die Nachfolger des Heiligen zahlreiche Orte des Gebetes. Heute finden Wanderer auf den Spuren des Geistlichen Ruhe, Herausforderungen und atemberaubende Landschaften.
Kein Wander-Tourismus
Der Werbetexter und Mental Coach James Both aus Bad Vilbel lief sieben Tage lang einen Abschnitt des Weges von Sant´Ellero nahe Florenz bis nach Sansepolcro, quer durch das Apennin-Gebirge. „Ich wollte meinen Weg finden. Und ich wollte fernab vom Wander-Tourismus ganz für mich sein.“ Dabei holten ihn die Tücken des Wanderalltages ein. James Both merkte schnell, dass sein Gepäck mit 13 Kilogramm auf den teils steilen Bergwegen viel zu schwer war: „Ich war vollgepackt bis oben hin mit Regenjacke, Verbandszeug, Fußcremes, Wanderführer, kurzen Hosen, Turnschuhen, sonstiger Kleidung, Proviant, Kamera, Handy für den Notfall und ein bisschen Bargeld.“
Auch wenn er mit einer positiven Einstellung losgezogen war, ging es ihm im wahrsten Sinne des Wortes nicht immer gut: „Mit fast neuen Wanderschuhen werde ich bestimmt nicht mehr loslaufen.“ Diese führten zu einigen Blasen und schmerzenden Füßen. „Zum Glück hatte ich eine richtig gute Fettcreme dabei. Der Fusskrem von GEHWOL linderte die Schmerzen deutlich und ich konnte meinen Weg fortsetzen.“
Nachhaltige Eindrücke
Die meiste Zeit war James Both allein unterwegs. Doch gab es auch genug Ablenkung während der mit über 30 Grad Celsius heißen Tage im Juni vergangenen Jahres. Die Landschaft in diesem Gebirgsstrich Italiens ist atemberaubend. Er lief vorbei an malerischen, toskanischen Gutshöfen und Weinbergen, durch große Waldgebiete, kleinere, abgelegene Dörfer und hin zu beeindruckenden, franziskanischen Klöstern.
Ganz wie beim heiligen Franziskus von Assisi übte der Wanderer ein hohes Maß der Enthaltsamkeit. Die Unterkünfte waren sehr schlicht, Wasser wurde an Brunnen und Bächen aufgefüllt und auf den insgesamt 108 Kilometern auf steinigen Schotterwegen oder Waldwegen traf James Both nur selten auf andere Wanderer. Dafür gab es ganz andere Begegnungen. „Mir liefen öfter Schlangen, meist Vipern, über den Weg.“ Einmal musste er auch zehn Minuten in Schockstarre verfallen, damit die Wildschweinmutter mit ihren Jungen ihn nicht bemerkte.
Trotz aller Strapazen, trotz Verirrungen, erschöpfender Hitze, wunden Füßen sowie sieben bis neun Stunden Wandern am Tag freut sich James Both, den Weg bestritten zu haben. „Ich habe meine Entscheidung nie bereut. Ich wollte fernab von Zivilisation und dem oft reizüberfluteten und stressigen Alltag zu mir selbst finden.“ Das ihm das gelungen ist, zeigt sein fester Wille: „Und nächstes Jahr schließe ich die zweite Wochen-Etappe an. Das ist sicher.“
Quelle: gehwol Presseveröffentlichungen