Dienstag, 2. Februar 2010

Prostitution im Theater

Auf meinem Theater Abo  stand heute Irma la Douce. Die Inszenierung war mal wieder super modern gemacht, was einige ältliche Damen zum  fluchtartigen Verlassen des Theaters in der Pause veranlasst hat *grins*

In einer kleinen Nebenstraße der Place Pigalle geht die Prostituierte Irma la Douce ihrem Gewerbe nach. Als es in ihrer Stammkneipe ihretwegen beinahe zu einer Prügelei kommt, schlägt sich ein neuer Gast für sie in die Bresche, der etwas verlotterte Jurastudent Nestor. Sie verlieben sich ineinander und ziehen zusammen. In der kleinen Dachkammer erleben sie eine Zeit voller Glück und Heiterkeit, bis Nestor seine Eifersucht auf Irmas Freier nicht mehr bändigen kann. Er beschließt, als verkleideter und reicher Monsieur Oscar ihr Stammkunde zu werden, was ihm auch gelingt. Nur: Monsieur Oscar gewinnt Irmas Sympathie. Nestor wird langsam aber sicher eifersüchtig auf sich selbst und kommt zu dem skurrilen Entschluss, seinen Nebenbuhler umzubringen. Zu seinem Pech wird er beobachtet, als er die Jacke des mysteriösen Herrn in die Seine wirft. Des Mordes angeklagt beteuert er erfolglos seine Unschuld. Im Gefängnis erfährt er, dass Irma ein Kind erwartet...


Das Musical vom Mädchen Irma la Douce begeisterte bei der Uraufführung 1956 das Publikum in Paris, kurz darauf im Londoner West End und schaffte dann - als eines der wenigen europäischen Musicals - den Sprung an den Broadway, wo es in der Inszenierung des noch jungen Peter Brook 524 Vorstellungen erlebte. Weltweit bekannt wurde die Geschichte des französischen Freudenmädchens durch die Verfilmung von Billy Wilder mit Shirley MacLaine und Jack Lemmon, in der allerdings nur ein kleiner Teil der Musik verwendet wurde.

Die heutige Inszenierung war einfach nur grandios, modern, witzig und mitreißend. Die standing ovations waren absolut berechtigt. Anschauen!